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Psychose

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Psychose

Es ist jetzt 5 Jahre her.
Mich lässt es immer noch nicht los.
Das war bis dato das Schlimmste,
was ich mir angetan habe.

Sicher, aus heutiger Sicht
wusste ich in dem Moment nicht,
was ich tat.

Aber gerade das ist ja das Komplizierte,
genau in dem Moment,
wo ich das Messer ansetzte,
war ich mir sicher,
das Richtige zu tun.

Und all das soll nur
eine Störung der Neurotransmitter
in meinem Gehirn gewesen sein.

So einfach ist das aber nicht.
Die Menschen in meinem Umfeld
hatten nur eine andere Wahrnehmung
der Situation, als ich.

Ich fühlte keinen Schmerz.
Ich war fest davon überzeugt,
das Richtige zu tun,
immerhin glaubte ich ernsthaft,
dass ich Gott bin.

Okay, ich weiß schon:
eine Störung in meinem Gehirn
war der Auslöser -
heute glaube ich das auch.

Aber in genau diesem Moment
gab es mindestens zwei Parallelwelten.
Meine Überzeugung in meiner Welt,
und auf der anderen Seite
die Besorgnis um meine Person.

Eine Psychose läßt sich
aus heutiger, professioneller Sicht -
leicht erklären - eigentlich.

Bei mir dauerte die schlimmste Episode
nur etwa eine Stunde.
Es gibt aber Menschen,
bei denen hält so ein Moment
drei oder gar sechs Monate an.

Sie kommen auf die geschlossene Station
und werden professionell
ans Bett gebunden und ruhig gestellt.
Man nennt sie dann wahnsinnig.

Das war ich aber auch in dieser Stunde.
Niemand hatte die Möglichkeit,
mich davon abzuhalten,
mir den Kopf abzufackeln,
und mir die linke Hand abzuschneiden.

Ich versuche immer,
einen Sinn in jedem Verhalten
zu entdecken.

Was ist aus heutiger Sicht
der höhere Sinn meines Tuns?

Eigentlich ist es sehr einfach:

- mein geistiger Weitblick
ist größer geworden.

- ich bin ängstlich geworden,
dass so etwas noch einmal passiert.

- ich bin sehr vorsichtig
und zurückhaltend im Umgang
mit mir und mit
allen anderen Menschen geworden.

- durch meine jetzige Behinderung
stelle ich glücklicherweise fest,
daß ich wesentlich kreativer geworden bin.

- Ich kann mich heutzutage
viel mehr an Kleinigkeiten erfreuen.

- ich weiß jetzt sehr genau,
wer mich mag,
und wer mein wahrer Freund ist.
Viele habe ich nicht mehr.

- ich habe die ehrlichsten Menschen
kennengelernt.
Das sind diejenigen,
die mich aufmerksam kritisieren,
und mich wirklich lieben.

Und last - but not least -

Ich habe festellen dürfen,
daß es wirklich einen Gott gibt.

Mit größter Anteilnahme habe ich verstanden,
daß ich es nicht bin.

 

(Text: Susanne Albers 2014)

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