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Mein Name ist Susanne Albers. Geboren wurde ich am 13. Februar 1965 im Krankenwagen zwischen Adendorf und Lüneburg. Meine richtige Mutter wollte mich nicht, also kam ich für die ersten 10 Lebensmonate in ein Kinderheim. Zu Weihnachten 1965 adoptierten mich Klaus und Ursela Knoop aus Bardowick. Sie gaben mir soviel Liebe, als wäre ich ihr richtiges Kind. Bis zu meinem 12. Lebensjahr verlief dann meine Kindheit völlig problemlos.

Doch dann bekam ich die Krankheit Epilepsie. Von dem Tage an war vieles nicht mehr so unbeschwert. Ich hielt durch bis zum Abitur. Anschließend lernte ich technische Zeichnerin im Stahlhochbau und zog hinterher mit meinem damaligen Freund nach Berlin zum Studieren. Das Architekturstudium fesselte mich sehr, jedoch ging ich während des Studiums auch vielen Jobs nach.

Mittlerweile hatten mein Freund und ich 1992 geheiratet. Die Ehe hielt aber nicht. Wir trennten uns 2000 nachdem ich feststellte, daß ich eine Vorliebe für Frauen entwickelt hatte, und diese neue Rolle ausleben wollte. Das Einzige, was uns wirklich verband, waren unsere Hunde, die Cocker Spaniels Benny, Lucy und Cora.

Ich zog dann von Britz nach Friedrichshain. In den ganzen Jahren zuvor hatte ich einmal pro Monat unglaublich schlimme epileptische Anfälle. Es wurde einfach nicht besser, so daß ich mich 2000 exmatrikulierte und das Studium endgültig abbrach. In diesem Jahr kam es dann zu vielen existenziellen Problemen, alles wuchs mir über den Kopf. Es endete im Dezember 2000 mit einem Suizidversuch, den ich aber glücklicherweise überlebte.

Erst 2002, nachdem meine liebe Mutter an Amyotropher Lateralsklerose verstorben war, kam ich mit meiner Epilepsie zum Videomonitoring in die Charité. Dort wurden die schweren Anfälle auf Video aufgezeichnet, so daß meine Ärzte endlich genauer über meine, wie sie es nannten, kryptogene Epilepsie Bescheid wußten. Es wurde mir das Medikament Keppra verordnet, nachdem alle anderen gängigen Mittel bei mir nicht gewirkt hatten. Keppra machte mich endlich anfallsfrei. Von April 2002 bis Mai 2003 erlebte ich zum ersten Mal ein unbeschwertes anfallsfreies Jahr mit meiner neuen Freundin Marion. Schon in diesem Jahr kam es durch das Keppra verursacht zu psychotischen Ministörungen, die mir nicht einmal richtig auffielen, gegen die mir meine Psychiaterin aber ein atypisches Neuroleptikum namens Risperdal verschrieb.

Doch dann, plötzlich, platzte im Mai 2003 in meinem Kopf ein Aneurysma und es kam zur Gehirnblutung. Es folgten 3 Operationen, ein Aneurysmacoiling, zwei Aneurysmaclipping. Bis weit in das Jahr 2005 hatte ich ständig Kopfschmerzen und war erstmal lahm gelegt.

2004 und 2005 bekam ich vom Keppra als Nebenwirkung eine Psychose, weil ich das Risperdal nicht eingenommen hatte, die jeweils für eine Woche in der geschlossenen Psychiatrie im Urbankrankenhaus endete. Wenn Du Zeit hast, kannst Du auf extra Seiten meine Psychosen nachlesen.

Ab Mitte 2005 fühlte ich mich besser und machte einen Aushilfsjob (1,50€ MAE) hier bei der Samariter- Kirchengemeinde. Im Folgejahr arbeitete ich in einer Drogenberatungsstelle.

Im Januar 2006 lernte ich Klaus aus Rheinland Pfalz kennen und lieben. Wir verstanden uns sehr gut, auch wenn ich heute schreibe, daß ich mir etwas vormachen ließ. Philosophisch und menschlich schwebten wir auf einer Wellenlinie, Klausi, der Professor für Medizin mit eigenem Sportflugzeug, der mich um seinen Finger wickelte und ich, die intelligente, eloquente und freundliche Susili.

Ich war dank Keppra im vierten Jahr anfallsfrei was große Anfälle anbelangt. Aber nichts hilft ewig. Im Juli und im August 2006 kam es jeweils zum großen epileptischen Anfall. Damit war meine Epilepsie wieder da. Ich bekam etwas mehr vom Keppra, hatte nur noch kleine Anfälle und war erstmal beruhigt. Meinen Job konnte aber nicht mehr weitermachen.

Im September 2006 verliebte ich mich in Bettina. Sie ist ein wundervoller Mensch und tolerierte sogar, das es noch Klaus, der 800km weit weg wohnte, an meiner Seite gab. Klaus war zunächst Bettina gegenüber recht freundlich, entwickelte aber mit der Zeit Eifersüchteleien. Bettina war sehr aufmerksam, nur ich war diejenige, der nicht auffiel, daß Klaus immer narzisstischer wurde. Wie heißt es so schön: Liebe macht blind. Doch trotzdem Bettina so einiges spanisch vorkam, hielt sie sich vornehm zurück und fing nicht an, Klaus in meiner Gegenwart schlecht zu machen. Aus heutiger Sicht hätte ich doch bloß ein bißchen von Bettinas Wachsamkeit gehabt, dann wäre mir vieles erspart geblieben.

Die Zeit plätscherte so vor sich hin, ich war mittlerweile berentet, hatte kleine Anfälle, nahm weiterhin das Keppra und das Risperdal und fühlte mich mit Klaus und Bettina glücklich. Im Juni 2007 erfuhr ich, daß ich noch eine Halbschwester habe. Sie heißt Claudia, ist verheiratet und hat eine Tochter. Wir trafen uns dann zum ersten Mal bei uns auf der Terrasse in Bardowick. Ich mag sie und ihre Familie sehr. Wir haben heute regelmäßigen Kontakt zueinander.

Mittlerweile war es Oktober 2008. Klaus erinnerte sich an sein narzisstisches Idealbild von einer Partnerin, und behauptet plötzlich, daß ich ja garkeine richtige Epilepsie hätte und das Risperdal nicht bräuchte, denn das seien ja garkeine richtigen Psychosen gewesen. Er, der große Professor für Medizin, in den ich unsterblich verliebt war, stellte diese Behauptungen auf. Ich glaubte ihm und besprach mit meiner Psychiaterin, daß ich das Risperdal absetzen wollte, denn es ging mir doch so gut. Sie war einverstanden.

Doch Pustekuchen, denn damit nahm mein Schicksal seinen Lauf. Zunächst hatte ich untypische Entzugserscheinungen, dann Ende 2008 so starke Kopfschmerzen, daß ich über Weihnachten statt zu meinem Vater nach Bardowick zu fahren, hier in Friedrichshain im Krankenhaus lag. Als ich entlassen war, fing Klaus plötzlich an rumzustänkern, daß ich doch Weihnachten zu meinem Vater gemußt hätte, und meine Kopfschmerzen ja garnicht so schlimm gewesen seien.

Und dann ging der Streit mit Klaus richtig los. Alles, was er je schlechtes über mich behauptet hatte, kam mir in den Sinn. Es kam zu einer e-mail Auseinandersetzung, bei der wir beide die Fassung verloren. Telefonieren wollte ich nicht mehr mit ihm. Ich hatte nun alles schriftlich. Schon während dieser Tage kam es zu Minipsychosen bei mir. Ich dachte sekundenweise ich sei Gott und würde Klaus in den e-mails von oben herab behandeln. Doch dauerten diese Minipsychosen jeweils nur ein paar Minuten, danach war ich wieder normal. Und ich hatte viele kleine Anfälle.

Im Nachhinein behaupte ich mal, daß diese Auseinandersetzung alles von mir abverlangt hatte, was überhaupt möglich war. Es dauerte eine Woche. Wir waren beide am Limit. Klaus kam mit einer Bauchspeicheldrüsenentzündung ins Krankenhaus und ich wurde zunehmend psychotisch. Mir fiel schon auf, daß ich am Limit war, wandte mich an meine Ärzte, nahm wieder 1mg Risperdal und war einfach nur noch fertig und traurig, daß ich mich in Klaus so getäuscht hatte. Aber damit war noch nicht mein psychisches Maximalpotential erreicht. Ich merkte einfach nicht, daß ich da nicht mehr ohne ärztliche Hilfe heraus kam.

Bettina fielen Veränderungen an mir auf und sie war sehr besorgt. Um mich in die Psychiatrie einweisen zu lassen, damit mir endlich geholfen wird, unternahm sie Anfang März 2009 wirklich alles, was man sich vorstellen kann. Sie war beim Sozialpsychiatrischen Dienst, telefonierte mit meinen Ärzten, holte die Feuerwehr und den Notarzt, besprach sich mit meinen Freunden usw. sie wollte mir unbedingt helfen.

Und dann geschah es am 19. März 2009: Ich war nur noch im Wahn Gott zu sein, daß ich mir das Haupthaar abbrannte und als Gott dachte, die linke Hand sei die Sünde. Dann nahm ich ein Steakmesser und schnitt mir die Hand ab. Während ich am Schneiden war, telefonierte ich mit Bettina und behauptet ihr gegenüber, daß ich mir die Hand abgeschnitten hätte, sie Gott sei, und die Hand wieder ansetzen sollte, und daß Gott jetzt sterben würde und ich mir das Leben nehmen würde.

Bettina war in tiefster Sorge und verständigte den Notarzt und die Polizei, die mich dann mit der abgeschnittenen Hand und dem abgebrannten Haupthaar in meiner Wohnung fanden. Ich wurde umgehend ins Unfallkrankenhaus nach Berlin/Marzahn gebracht, die Hand wurde wieder angenäht, auf meinem Kopf sind drei Lücken, auf denen nun Transplantate aus meiner Beinhaut sind. 2009 war ich somit 31 Wochen im Krankenhaus und wurde 13x operiert. Hier sind die Arztbriefe und Bilder der angenähten Hand. Zu Klaus habe ich keinen Kontakt mehr, das Keppra nehme ich zusammen mit dem hochdosiertem Risperdal weiter.

Ich bin Bettina zu größtem Dank aus tiefstem Herzen verpflichtet. Ich liebe sie unglaublich doll, und bin liebend gern mit ihr zusammen. Es ist toll, daß sie das Alles zusammen mit mir durchgestanden hat.

Seit der Psychose hatte ich keine großen Anfälle mehr, bis heute hatte ich über 300 Grand Mal Anfälle, die alle 10-20 min dauerten. Was ich noch habe, sind epigastrische Auren und kleine Anfälle, die aber fast alle im fokalen status epilepticus enden und 3 Stunden dauern. Mit meiner Hand wird es immer besser. Es sind noch so einige Operationen notwendig und ich muß ständig mit der Hand zur Ergotherapie. Ansonsten bin ich immer noch geschockt, was ich mir da angetan habe. Keppra führt bei mir zu psychotischen Störungen, macht mich aber anfallsfrei, was große Anfälle anbelangt. So ist das im Leben, das Eine, was man will, das Andere, was man dazu bekommt.

Am 16. Mai 2010 ist mein lieber Vater an Magenkrebs gestorben. Ein weiterer Schicksalsschlag, aber er ist immerhin 87 Jahre alt geworden.

Am 17.12.2010 bin ich am Kopf operiert worden. Es ist ein neues Media Aneurysma rechts geclippt worden. Am 17.03.2011 ist ein Pica Aneurysma links gecoilt worden. Es sind mir einfach zuviele Schicksalsschläge. Trotzdem bin ich Gott dankbar, daß alles gut ausgegangen ist.

Im September 2013 habe ich meine Wohnung in Friedrichshain aufgegeben, und wohne jetzt in Neukölln bei Bettina.

Mit ihr bin ich überglücklich. Ich hoffe uns erwarten noch viele schöne Jahre.

Es gibt ein Lied von Daliah Lavi, das meine tiefen Gefühle für Bettina sehr gut beschreibt, "Willst du mit mir gehen" Sie ist mir die Liebste, der ich immer vertrauen kann.

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